Dommenget Governer

Ich glaube, ich besitze die erste Governer, die Boris Dommenget gebaut hat (Boris, bitte ggf. korrigieren). Dieses feine Stück habe ich im April 1997 bei Boris in Hamburg gekauft (SNr: 96041). Die Govener ist unter den 140 Jazz-Gitarren, die ich im Laufe meiner Karriere besessen habe, eine der Besten. Der Korpus (18´´) hat die Form der Gibson Super 400. Er besteht aus Massivhölzern, die mehr als 40 Jahre alt sind. Die Farbe ist dunkelrot/gold-sunburst.

Die Fichtendecke hat X-Bracing, die Maserung ist sehr fein, eng (ca. 1,5 mm) und gleichmäßig. Die Wölbung ist sehr stark ausgearbeitet. Sie hat die schönen großen F-Löcher der Super 400, sehr gelungen. Nachgeliefert hat mir Boris, auf meinen Wunsch hin, ein massives, großes Tailpiece in Trapezform. Die Zargen sind handgebogen aus geflammtem Ahorn. Der Boden, ebenfalls stark gewölbt, hat eine sehr schöne Tiger-Flammung. Der schlanke Hals ist aus zwei Teilen Ahorn mit einem schlalen Mahagoni-Streifen gefertigt. Das Griffbrett ist aus Ebenholz mit breiten Bünden und aufwendigen Perlmutt/Abalone-Einlagen. Die Bundkanten haben (wie Gibson) einen Abschluss aus hochgezogenem Binding. Das sieht man sehr selten und fühlt sich sehr weich an.

Die große Kopfplatte weist einen recht steilen Winkel zum Hals auf, gut für den Ton. Der ganze Hals, Kopf bis Kehle, ist aus einem Stück. Ich spiele diese Gitarre mit einem Kent Armstrong floating Humbucker mit nur einem Volumenregler und einem dreifach Klangschalter. Die Seiten sind 0,11-0,50. Der Klang ist ausgewogen und relativ laut (ohne Verstärkung). Bässe und Höhen sind klar. Das Instrument singt sehr schön. Auffällig ist das exzellente Sustain bis in die höchsten Lagen. Das ist der Effekt alter Hölzer und perfekter Handarbeit. Der Hals musste in den Jahren seit 1997 nur einmal nachgestellt werden (Doppelstangen-Trussrod).

Akkorde kommen klar und definiert, Single-Notes perlen und singen. Dieser Sound kommt auch elektrisch rüber. So etwas ist selten und hoch zu bewerten. Alles in allem eine perfekte Handarbeit und ein aufregendes Instrument. Zu bewundern ist Boris´ Liebe zum Detail. Ich bin begeistert.

von: Ali Claudi, Nov. 2004

Zu diesem Artikel gibt es 6 Kommentare:

 

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MubVennepterb schrieb am 14.03.2013 14:13 answer